Aktive Dämpfersysteme

2. Aktive Tilger

Aktive Tilger werden durch am Ort der größten Verschiebung - bei Hochhäusern also an der Spitze - eingebaute allseits verschiebliche schwere Massen verstanden. Die Massen müssen nicht zwangsläufig federnd mit der Struktur verbunden werden.
Die Massen sind beim Aktiven Tilger jedoch mit Hydropulsern (geregelte hydraulische Pressen) mit dem Bauwerk verbunden. Nimmt ein am Kopf installierter Sensor eine Beschleunigung oder eine Verschiebung des Bauwerkes auf, treten die Hydropulser phasenversetzt in Aktion. D.h. anschaulich gesprochen, wird die Trägheit der Zusatzmasse genutzt, damit sich der oder die Hydropulser an der Masse festhalten können. Schwingt das Bauwerk nach rechts, wird die Masse aufgrund ihrer Trägheit weitgehend am alten Ort verbleiben, wenn der Hydropulser zu macht, d.h. seine inneren Ventile schließt, hält sich das Bauwerk direkt an der Masse fest. Wenn der Hydropulser die Bewegung - durch Öffnen der inneren Ventile zulässt, wird sich der Kolben nach rechts verschieben. Wenn nunmehr rechts vomn Kolben Öl eingepresst wird - das ist im Bild rot dargestellt - (das geht nur mit leistungsstarken Ölpumpen) wird der Kolben nach links bewegt, d.h. der Hydropulser zieht das Bauwerk wieder in die Ausgansglage zurück. Es entsteht eine Kraft F, die von der Größe der Masse M und von der Geschwindigkeit, mit der das Öl eingepresst wird, abhängt, vgl. Bild 2.
Wenn die Masse an den Anschlag stößt, entsteht eine der Bewegung entgegengesetzet Kraft, die ebenfalls günstig, d.h. schwingungsreduzierend wirkt.


Bild 2: Prinzip der Aktiv-Tilger Wirkung